Rock am Ring | Eifel (Nürburgring)
2007-06-01
Dieses Jahr habe ich es nach 2003 und 2004 also mal wieder in die Eifel geschafft, um mich ein wenig dem gepflegten Musikgenuss hinzugeben. Die Anfahrt gestaltete sich allerdings etwas komplizierter, als die vorherigen Male.
Donnerstag, 31.05.2007
Mit dem Regionalexpress ging es zwei Stunden nach Koblenz, von wo aus man für 5,50€ eine Shuttlebusfahrt in Anspruch nehmen konnte. Da in den Bussen jeder Platz belegt werden musste, wurde das Gepäck im Mittelgang gestapelt und man musste darüberklettern, um zu einem freien Sitzplatz zu kommen. Die volle Beladung des Busses hatte zur Folge, dass uns auf der einstündigen Fahrt vom Rentnerbus bis hin zu LKW mit 3 Anhängern alles munter an uns vorbeizog, was einen Motor und 2-4 Räder hatte.
Nach der Ankunft am Haupteingang erstmal zum Bändchenstand, um ein "schickes" hellblaues Armband zu ergattern, welches den problemlosen Zutritt zu den verschiedenen zum Festival gehörigen Locations ermöglichte.
Weil wir auf einen Campingplatz von D3-D7 wollten, ging es schwer beladen auf den langen Fußweg. Leider waren die Plätze alle schon belegt (es war gerade mal Donnerstag, etwa 14 Uhr), weshalb wir im Endeffekt nach ca. einer Stunde Marsch auf D9 untergekommen sind, der vom Haupteingang aus gesehen nur 15 Minuten in die andere Richtung entfernt liegt...
Auf dem Platz angekommen, schnell ein freies Plätzchen für das kleine Zelt gesucht und aufgebaut. Direkt mit unseren Zeltnachbarn ins Gespräch gekommen, dem nächsten Ankünftling beim Zeltaufbau geholfen... letztendlich waren wir ca. 12 Leute, die sich gegenseitig mit allem ausgeholfen haben, was der jeweils andere nicht dabei hatte (an dieser Stelle: Stefan, wenn du deinen Regenponcho wiederhaben möchtest, melde dich mal).
Der Rest des Tages wurde dann größtenteils bei Sonnenschein und mit mittelprächtigem Wein verbracht. Später des Abends ging dann der muntere Biertausch mit Ausländern aus aller Welt los... tausche Köpi gegen "dänisches Fußpilzbier", um nur ein Beispiel zu nennen. Außerdem noch eine Duisburger Emo-Hebamme getroffen, die natürlich Freitags auch immer im Pulp anzutreffen ist...
Freitag, 01.06.2007
Morgens um acht Uhr von nem Kerl mit Gitarre geweckt worden, der lauthals verkündete, dass die Nacht längst vorbei sei und sowas... OK, es regnete ein wenig und war nicht so richtig gemütlich, aber unter dem Sonnensegel und dem Pavillion unserer Zeltnachbarn ließ es sich trotzdem super aushalten. Vormittags brachten uns dann Bernd und Katharina noch ein wenig Trinkwasser, Wodka und einen besonders edlen Wein (und davon direkt 10 Tetrapacks...) vorbei, weil die unmöglich im Zug zu transportieren gewesen wären. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal dafür.
So gegen 16 Uhr dann auf dem Gelände angekommen und erstmal zur Centerstage, um The Used anzuschauen. Meine Fresse, der Sänger ist ja hässlicher, als Nils Bokelberg und Curt Kobain zusammen. Dennoch, das Konzert war ganz OK. Danach kamen The Hives, deren Musik ich eigentlich ganz gut finde. Die Fans find ich allerdings scheiße, was den Auftritt relativ ungemütlich gestaltete, was aber zum größten Teil auch an unserer Positionierung zwischen den Boxentürmen gelegen haben dürfte, weil man da immer das Problem hat, dass von hinten gedrückt wird, während von vorne Leute rauswollen. Dann noch den Anfang von Billy Talent geschaut, deren Gekreische irgendwie ziemlich widerlich klang, wobei ich sie auf CD eigentlich ziemlich gerne mal höre. Nach 30 Minuten oder so dann zur Alternastage, um bei Jan Delay vorne rein zu kommen, was dann auch geklappt hat.
Und es hat sich gelohnt. Er durfte zwar nur ca. 45 Minuten spielen (Zitat am Anfang: "Leute, das werden die geilsten 15 Minuten unseres Lebens"), worüber er sich zum Schluss auch noch ein wenig echauffierte, aber in den 45 Minuten, hat er richtig "Feuer" gemacht und die Leute zum tanzen, feiern und springen gebracht.
Danach dann wieder zur Centerstage, um bei Linkin Park hinter den Wellenbrecher zu kommen (weshalb wir uns leider noch einen relativ großen Teil von Muse anschauen mussten). Hat aber auch geklappt, man hatte relativ viel Platz und irgendwann ging es dann los. Der Sound war leider eher suboptimal, und wenn Chester "gesungen" hat, dachte man, da fällt irgendwo jemand mit ner Kettensäge einen Baum, aber was solls? Der Auftritt insgesamt betrachtet war relativ solide, aber weit entfernt von ner geilen Show. Da hatte ich mir nach 2004 deutlich mehr erhofft und erwartet.
Danach dann keinen Bock mehr gehabt und zurück zum Campingplatz, wo dann auch nichts mehr ging, außer im Zelt zu schlafen.
Samstag, 02.06.2007
Wieder vom Gitarrenmann geweckt worden... "Die Nacht ist längst vorbei, die Fledermäuse hängen in ihren Höhlen" - oder sowas... er bekam dann von einem Mädel aus einem der umliegenden Zelte die schrecklichste Tracht Prügel aller Zeiten angedroht, wenn er sich nich auf der Stelle verpisst... gegen 14 Uhr auf den Weg gemacht, um an der Centerstage The Fratellis zu sehen. Hinten hin gesetzt, und beim guten "Domkellerstolz" im Sitzen gefeiert. Der Auftritt war so gut, wie ich ihn mir erhofft hatte. Danach den doofen Jared Leto angeschaut mit seiner Emo-Band 30 Seconds to Mars. Meine Fresse, der ist ja fast noch hässlicher, als der The Used Sänger ;-) Gegen Ende ist mir dann aufgefallen, dass mich von links die ganze Zeit son Mädel angeschaut hat und was zu ihrem männlichen Begleiter gesagt hat. Dann mal genauer hingeschaut und festgestellt, dass ich sie aus Düsseldorf aus der Quetsche kenne. Hallo Ramona ;-)
Danach dann noch ein wenig mit den beiden bei Wolfmother vor der Bühne gehockt, aber da mich das nicht so begeistert hat, mal eine Runde über den Ring gedreht. Danach dann wieder zur Centerstage, Kaiser Chiefs gucken. Der fette hässliche Engländer ist irgendwie fies. Aber egal. Die Musik war ganz in Ordnung. Im Anschluss daran dann Mando Diao schauen müssen, um bei den Beatsteaks möglichst weit vorne sein zu können. Hat dann auch ganz gut geklappt.
Die Beatsteaks haben dann auch richtig gut Stimmung gemacht. Hat ne Menge Spaß gemacht... das einzige, was gestört hat, waren so alte Holländer, die für die Smashing Pumpkins vorne waren, und beim Pogo so richtig übel drauf waren. Irgendwann hat dann einer von denen im Pit gepisst. Super. Nichtsdestotrotz alles in allem aber eine freudige Veranstaltung, bei der ich nur eine kleine Wunde am Schienbein und einen blauen Fleck am rechten Arm davongetragen habe.
Danach dachten wir uns, ob man noch einen Blick bei Stone Sour riskiert, um evtl. "Through Glass" zu Ohren zu kriegen. Kaum an der Alternastage angefangen, erzählte der Sänger was von wegen "man hat uns hinter der Bühne gesagt, dass wir das nächste Lied unmöglich auf einem Rockfestival spielen können... aber wir spielen was wir wollen... blabla", was dann kam, war natürlich "Through Glass"... sehr cool. Dann das gleiche Spiel bei "Tele", die zu der Zeit im Clubzelt gespielt haben. Reingegangen, gedacht "vielleicht spielen sie ja noch Mario" und was sagt der Sänger? "Unser nächster Song heißt Mario..." yay!
Danach war dann Abmarsch zum Zeltplatz angesagt und nach einer Dose Ravioli auf dem Campingkocher konnte ich wunderbar schlafen.
Sonntag, 03.06.2007
Ich denke, der Gitarrenmann hatte die Hose noch von der angedrohten Tracht Prügel voll, und so weckte uns nur die Sonne, die das Innere des Zeltes auf ca. 300°C aufgeheizt hatte.
Die meisten unserer Zeltplatznachbarn haben schon angefangen, ihre Zelte abzubauen, um direkt nach den Konzerten nach Hause fahren zu können. Wir haben dann noch ein wenig Restevernichtung betrieben, bevor es wieder zum Gelände ging. Hauptsächlich war die Alternastage angesagt, wo zuerst mal Pohlmann gespielt hat.
Der gute Pohlmann hat sich so tierisch gefreut, dass es so voll war und der Auftritt hat tierisch Spaß gemacht, in Reihe drei zwischen lauter kleinen Mädels stehend. Weeeeenn jetzt Sommer wäääär... herrlich.
Im Anschluss daran kam dann Paolo Nutini, den wir ebenfalls von ganz vorne verfolgen konnten. War auch ganz in Ordnung. Ich fand vor allem seine Version von Mobys "Natural Blues" gelungen.
Danach dann vorne raus gegangen, um von weiter hinten Maximo Park zu schauen. Die waren allerdings nicht so prickelnd, weshalb ich erstmal was futtern gegangen bin. Später dann noch The Kooks geschaut. Haben mir ganz gut gefallen.
Dann kamen Mia mit der bekloppten Mieze. So hart, wie abgedreht eine einzelne Person sein kann. Reicht ja schon fast an die Moloko Sängerin ran. Wie auch immer... Auftritt war auch ganz gut.
Dann mit Bernd und Katharina zu den Ärzten gegangen. Zuerst keine Lust gehabt, nach vorne zu gehen. Hinten war die Stimmung dann aber doch SO mies, dass wir später etwas weiter vorne reingegangen sind. War auch deutlich wärmer dort. Und es wurde mitgesungen. Hat Spaß gemacht. Konnte allerdings nicht bis ganz zum Ende bleiben, weil ich noch bei Wir sind Helden auf der Alternastage vorne rein wollte. Das hat dann auch wieder geklappt.
Leider haben mir die Helden nicht mehr so gut gefallen, wie sie es früher getan haben. Weiß noch nicht so genau, woran das gelegen hat, aber ich komm schon noch dahinter. Insgesamt war es natürlich schon gelungen, aber eben nicht mehr so, wie ich sie in Erinnerung hatte. Aber ein guter Abschluss war es allemal. Danach ging es dann gegen zwei Uhr oder so zum Zelt.
Montag, 04.06.2007
Aufgestanden, gepackt, zur Straße gelaufen, von Bernd und Katharina abholen lassen, eine Stunde im Stau gestanden und irgendwann dann noch mit der S-Bahn von Düsseldorf Flughafen nach Duisburg gefahren und nach Hause gelaufen. Ich bin KAPUTT. Aber es war toll. :-)